In den vergangenen Jahren wurde in Deutschland intensiv in das Gebiet der Meditationsforschung investiert. Wissenschaftler haben untersucht, wie sich Meditation auf das Gehirn auswirkt, indem sie „Hirn-Scans“ verwendet haben. Besonders wichtig waren dabei das Bender Institute of Neuroimaging (BION) an der Justus-Liebig-Universität Giessen, das Max-Planck Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften in Leipzig und die Charité Berlin.
Meditationstechniken werden heute als eine Art geistige Schulung, auch als „Mental Training“ bekannt, betrachtet. Sie helfen dabei, das Nervensystem zu entspannen, die Konzentration zu verbessern und die Emotionen zu regulieren.
In verschiedenen Untersuchungen haben Forscher Unterschiede zwischen Personen identifiziert, die regelmässig meditieren, im Vergleich zu denen, die keine Meditation praktizieren.
Dabei wurden spezifische Hirnregionen genauer analysiert, wie beispielsweise das Vegetative Nervensystem (Regulierung der Körperfunktionen), Somatosensorischer Cortex (Wahrnehmung), der Präfrontale Cortex (Entscheidungszentrum) und andere.
Besondere Unterschiede wurden in Regionen festgestellt, die mit folgenden Funktionen verbunden sind:
- Selbstwahrnehmung und Regulation des vegetativen Nervensystems (Regulierung der Körperfunktionen)
- Atmungsteuerung
- Emotionale Lernprozesse, insbesondere die Überwindung von Angst
- Erhaltung der geistigen Flexibilität im Alter
- Verdichtung der grauen Substanz im Hippocampus (Gedächtniszentrum), der für Gedächtnis und die Regulation von Erregung (Stressreduktion) verantwortlich ist
- Verbesserung der Nervenleitungen, die den anterioren cingulären Cortex (Emotionsregulationszentrum) mit anderen Strukturen verbinden
- Zunahme der Dichte der grauen Zellen im Frontallappen (Gehirnsteuerzentrum), was darauf hinweist, dass Meditation konditionierte Ängste reguliert
Es wurde auch festgestellt, dass die positiven Effekte verschwinden, wenn die Meditation nicht fortgesetzt wird. Ein beträchtlicher Teil der Studien konzentriert sich dabei auf MBSR-Programme (Mindfulness Based Stress Reduction).
(Dr. Ulrich Ott/ Dr. Britta Hölzel, Meditationsforschung:
Neuroanatomische Befunde, 2011)
Quelle: Med. Grundlagen für YogalehrerInnen, University Villeret, Dr. med. Wiebke Mohme